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Information

Entscheidungen/Themen des Jahres 2010

Dezember 2010: OLG Oldenburg, Beschl. v. 20.08.2010 - 1 Ws 371/10
In automatisiert durchgeführten, nach Herstellung der Verbindung sogleich wieder abgebrochenen Telefonanrufen (sog. Ping-Anrufe), die nur dazu dienen, die Angerufenen zu einem kostenpflichtigen Rückruf zu veranlassen, liegt eine betrugsrelevante Täuschung der Angerufenen.
November 2010: BVerfG, Beschl. v. 20.05.2010 - 2 BvR 1413/09
Beleidigung durch einen Strafverteidiger
Oktober 2010: BVerfG, Beschl. v. 23.06.2010 - 2 BvR 2559/08
Verfassungsmäßigkeit des gesetzlichen Untreuetatbestandes
September 2010: OLG Zweibrücken, Beschl. v. 16.08.2010 - 1 SsBs 2/10
Zur (derzeit verneinten) Annahme eines Beweisverwertungsverbotes für eine unter Verstoß gegen den Richtervorbehalt entnommene Blutprobe.
August 2010: Die neue Dienstleistungs-Informationspflichtenverordnung und Pflichtangaben im Internet
Am 17. 5. 2010 ist die Dienstleistungs-Informationspflichtenverordnung (DL-InfoV) in Kraft getreten, die auch auf die anwaltliche Tätigkeit Anwendung findet (vgl. § 1 DL-InfoV) und der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie (DL-RL 2006/123/EG vom 12. 12. 2007, ABl. EU L 376 S. 36) dient.
Juli 2010: BGH, Urt. v. 29.04.2010 - 3 StR 63/10
Maßgebend für eine ordnungsgemäße Beschuldigtenbelehrung ist, dass die Belehrung dem Beschuldigten Klarheit über seine Aussagefreiheit verschafft und diesbezügliche etwaige Fehlvorstellung ausschließt.
Juni 2010: OLG Düsseldorf, Beschl. v. 16.04.2010 - III-4 Ws 163/10
Auch wenn § 141 Abs. 3 Satz 4 StPO n.F. bestimmt, dass „der Verteidiger unverzüglich nach Beginn der Vollstreckung bestellt“ werden muss, ändert dies am Anhörungs- und Bestimmungsrecht des Beschuldigten aus § 142 Abs. 1 StPO nichts. Ist das verletzt worden und ein vom Beschuldigten nicht benannter Pflichtverteidiger beigeordnet worden, ist dieser auf Antrag des Beschuldigten zu entpflichten und i.d.R. ein vom Beschuldigten benannter Rechtsanwalt beizuordnen.
Mai 2010: BGH, Urt. v. 18.02.2010 - 3 StR 556/09
Das Tatbestandsmerkmal des Verwendens umfasst jeden zweckgerichteten Gebrauch eines objektiv gefährlichen Tatmittels. Es ist nicht erforderlich, dass sich aus der Art des Einsatzes eine konkrete Gefahr erheblicher Verletzungen ergibt. Bei unauffälligen, leicht beweglichen Sachen genügt für die vollendete Wegnahme schon ein Ergreifen und Festhalten der Sache. Der Annahme der Tatvollendung steht in diesen Fällen nicht entgegen, dass sich der erbeutete Gegenstand noch im Gewahrsamsbereich des Berechtigten befindet.
April 2010: BGH, Beschl. v. 18.02.2010 - 4 ARs 16/09
Keine Auslieferung eines Deutschen bei verjährungsunterbrechender Handlung im Ausland
März 2010: OLG Düsseldorf, Beschl. v. 20.01.2010 - IV-5 Ss (OWi) 206/09 - (OWI) 178/09 I
Messung mit Poliscan Speed
Februar 2010: BGH, Urt. v. 05.11.2009 - IX ZR 237/08
Befriedungsgebühr nach Einstellung des Strafverfahrens und Abgabe an die Verwaltungsbehörde?
Januar 2010: BVerfG, Beschl. v. 13.10.2009 - 2 BvR 256/09
Zur Reichweite des freien Verteidigerverkehrs nach § 148 Abs. 1 StPO („Privileg der Verteidigerpost“)